Haussteuerungs-Protokoll

Welches Haussteuerungs-System?

Die Wahl des Haussteuerungs-Systems

Die von mir gewählte Software FHEM unterstützt prinzipiell die gängigsten Systeme. Ich habe mich von Anfang an erst einmal damit beschäftigt, herauszufinden, welche Geräte ich für meinen Einsatzzweck will und für welche Systeme diese zu erwerben sind. Simple schaltbare Steckdosen – ob Unterputz oder Aufputz – gibt es praktisch überall. Schwieriger wird es dann schon in Richtung Heizungsthermostaten.

Meine ersten Automatisierungen gingen in Richtung Funkschalter und Kontrolle der Raumtemperatur der einzelnen Zimmer. Hier gab es in Zusammenhang mit dem mit FHEM zahlreich erprobten CUL-USB-Dongle die zwei bekanntesten Protokolle – das FS20-Protokoll und Homematic.

FS20 oder Homematic?

Die auf dem Markt erhältlichen Geräte, Sensoren und Aktoren sind sowohl für das Haussteuerungs-System FS20 als auch Homematic vergleichbar zahlreich. Zu Beginn entschied ich mich für die kostengünstigere Variante – dem FS20-Funksystem. Ich verglich hier eine Funkschaltsteckdose und stellte fest, dass im FS20-System so ein Gerät für unter 40 € zu haben ist, während das Pendant von Homematic damals um mehr als 50% teurer war. Dieser Unterschied ist heute nicht mehr so groß, obgleich im Allgemeinen die Geräte von Homematic teurer sind als die von FS20.


Und das hat auch einen Grund. Am Anfang hat mich das auch gar nicht so gestört. FS20 hat nämlich keinen Rückkanal. Das heißt ganz einfach, dass beispielsweise eine Funkschaltsteckdose zwar einen Befehl zum Ein- bzw. Ausschalten bekommen hat, aber nicht zurückmelden kann, ob der Auftrag ausgeführt wurde. Man kann auch nicht abfragen, in welchem Zustand sich das FS20-Gerät befindet, man kann in unserem Beispiel nur ein zweites Mal einen Ausschaltbefehl an die Steckdose schicken. Für den Fall, dass der Befehl nicht ankam oder nicht ausgeführt wurde und der Schaltvorgang wichtig ist hat man mit dem FS20-System also einen nicht zu unterschätzenden Nachteil. Dafür hat man wohl das größte Produktportfolio, das man sich für eine Hausautomatisierung vorstellen kann, und die Produkte bekommt man praktisch überall.

Irgendwann hat mich der Nachteil dann beispielsweise für die Weihnachtsbeleuchtung aussen so genervt, dass trotz dreier Schaltvorgänge, die ich im Minutenabstand sendete, die Beleuchtung einmal in der Woche aus blieb.

Produktvielfalt versus (Schalt-)sicherheit

Heute würde ich gleich von Anfang an auf ein System mit Rückkanal setzen, in meinem Falle auf Homematic. Als ich dann vernetzte Rauchmelder in die Haussteuerung integrieren wollte, musste ich auf Homematic zurückgreifen. Rauchmelder mit FS20-Protokoll waren nicht erhältlich bis auf Lösungen von Bastlern. Ein weiteres Argument, das für Homematic spricht ist, dass es hier für die meisten Geräte eine AES Verschlüsselung gibt. Das ist mit dem FS20-System nicht möglich. Ein Signal zum Öffnen meiner Garage möchte ich nicht mit einem FS20-Funksignal geben. Dieses lässt sich auf relativ einfache Weise kopieren – eine Anleitung hierfür gebe ich natürlich nicht. So könnte dann ein Fremder mit dem kopierten Signal ein Garagentor öffnen, wenn man ein solches denn mit FS20  kontrolliert.

 

Zuletzt aktualisiert am 20.12.2016.

2 Gedanken zu „Welches Haussteuerungs-System?“

  1. Hallo und guten Tag,
    Ich finde hier eine informativer Seite vor. Ich befasse mich schon seit einiger Zeit mit der Anschaffung eines Systems, leider bisher ohne Erfolg, da alle Systeme mehr oder weniger Nachteile haben. Favorit ist Fhem, ich bevorzuge allerdings z. Zt. Loxone und Coqon, aufstellen, einschalten, fertig. Für Fhem, so scheint es, gibt das nicht. Vielmehr muss hier alles selbst zusammengebastelt werden (wie sooft bei Linus), wobei man sich allerdings bei den Endgeräten (zwangsweise) schon des Standards bedient. Unberücksichtigt bleibt bei der Frage zum System in der Regel das Thema: Was habe ich bereits für eine Hardware im Haus und kann ich diese für ein System nutzen. Diese Frage wird auch aus gutem Grund nicht beantwortet: jeder will halt Seins verkaufen. Da bleibt die Entscheidung und letztendlich die Kosten beim Käufer. Ergebnis: Eine Vielzahl von Geräten und Software. Neben dem Satreciever noch ein Modem, ein Samarthome-System, u. U. ein NAS, oder ein Homserver und natürlich A/V. M. Eine oftmals unnötige Ansammlung, unter der auch der Überblick und das Handling leidet, womit viele dann auch Überfordert sind. Und was ich dabei nicht verstehe: auf vielen Systemen wird ein Linux eingesetzt, wobei als die Verwaltungssoftware dann Windows nutzt wird (sh. Loxone). M. E. hätte Fhem es verdient mit einem mehr oder weniger umfangreichen Grundsystem präsent zu sein, nicht nur weil ich auch Linux nutze. Bei mir läuft ein NAS im Netz, ebenfalls dafür geeignet ein Fhem zum Laufen zu bringen. Leider scheitert das bei mir daran, dass nicht notwendige Zeit fehlt. Nicht, dass ich die Aufgabe scheue, könnte das nicht einfacher sein und vor allen Dingen benutzerfreundlicher?

    1. Danke für den Beitrag.
      Benutzerfreundlichkeit geht meist einher mit der Einschränkung der Möglichkeiten. Im Verzeichnis /opt/fhem gibt es alleine 496 verschiedene Module, die alle teilweise von unterschiedlichen Entwicklern (in ihrer Freizeit) für lau bereit gestellt werden. Das ist gleichzeitig auch die Stärke von FHEM. Die Möglichkeiten sind schier unendlich.
      Eine Vereinfachung der Bedienung bzw. der Konfiguration verlangt zuerst eine Standardisierung. Die verschiedenen Hersteller von FS20, Homematic, Homematic IP etc. etc. bauen alle auf unterschiedliche Hardwareimplementierungen, damit auch -Voraussetzungen und unterschiedliche APIs, also Schnittstellen für die Software. Solange es hier nicht einen gemeinsamen Standard der Hersteller gibt, wird es auch schwierig mit dem Thema Vereinfachung.
      Ausserdem sind die ansprechbaren Geräte auch in völlig unterschiedlichen Bereichen zuhause. Von Energieversorgung, über die verschiedensten Audio- und TV-Produkte, Wetterdaten, Heizungssteuerung und schließlich klassischer Elektrifizierung und Automatisierung der Haustechnik.

      Ich versuche hier nur, verschiedene Wege aufzuzeigen und mit meinem Blog eben die beschriebene Komplexität zu reduzieren. Meistens fehlt es nur an nachvollziehbaren Beschreibungen oder Situationen, die entsprechend einfach adaptiert werden können.
      Der Aufwand, ein FHEM-System aufzusetzen, hält sich in Grenzen, man muss es ja nicht übertreiben.

      Gruß
      Martin

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